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Wachmacher Kaffee
2021-09-13 14:54

Wachmacher Kaffee

„Erstmal ‘nen Kaffee!“ Ohne eine Tasse Schwarzes Gold öffnet ein Großteil der deutschen Bevölkerung morgens gar nicht erst das Email-Postfach. Mit durchschnittlich 4 Tassen pro Tag und Nase gilt Kaffee hierzulande als das Volksgetränk schlechthin – kein Wunder, schließlich „geht ohne ihn ja auch gar nichts“. Wir wollten wissen, was tatsächlich hinter der These von der Bohne als Muntermacher steckt, haben uns schlau gemacht und weihen euch in das Geheimnis des Koffeins ein.

Sind wir müde, wird in unseren Nervenzellen das Molekül Adenosin gebildet. Adenosin findet seinen Platz an den entsprechenden Rezeptoren im zentralen Nervensystem. Dort unterbindet das Molekül die Ausschüttung von belebenden Botenstoffen und lässt uns spüren: Wir möchten am liebsten direkt wieder zurück ins Bett!

Die Wirkung von Koffein

Doch was hat nun der Kaffee damit zu tun? Das im Kaffee enthaltene Alkaloid Koffein überlistet das Adenosin. Es hat eine ähnliche Struktur wie der Müdemacher Adenosin, setzt sich frech an dessen Rezeptoren von Nervenzellen und „blockiert“ somit alle Andockstellen, die eigentlich für das Adenosin reserviert gewesen wären. Somit hat das Adenosin keine Möglichkeit mehr, seine einschläfernde Wirkung zu entfalten und wir wiederum merken nicht, dass wir eigentlich müde sind.

Nebenbei begünstigen jedoch auch andere Reaktionen des Koffeins die belebende Wirkung von Kaffee: Durch die Hemmung des Adenosins wirken die körpereigenen Wachmacher Dopamin und Glutaminsäure besser, was beispielsweise zur Folge hat, dass sich unsere Herzrate erhöht und die Nerven angeregt werden.

Nebenwirkungen von Koffein

So angenehm die Überlistung des Adenosins durch das Koffein für eine Dauer von etwa 5 Stunden für uns erscheinen mag – sobald die Wirkung des Wachmachers nachlässt, wird im Organismus wieder vermehrt Adenosin gebildet, welches uns dann wieder von unserem Bett träumen lässt.

Hinzu kommt, dass sich unser Körper langfristig nicht ganz so leicht austricksen lässt und sich an die vielen Cappuccini, Latte Macchiati und Espressi gewöhnt. Als Reaktion auf die große Menge Koffein bildet er weitere Rezeptoren aus, an welchen dann wiederum auch das Adenosin seinen Platz findet.

Kaffee: Muntermacher oder Müdemacher?

Wir halten fest: Kaffee macht munter, entfaltet seinen Wachmach-Effekt jedoch am besten, wenn er gelegentlich getrunken wird. Wenn ihr das nächste Mal eine unserer leckeren Kaffeespezialitäten probiert, wisst ihr nun also auch, wer währenddessen wen in eurem Körper austrickst und könnt nebenbei den schlummernden Biologen in euch rauslassen.

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